Dienstag, 03. Februar 2015

Ski Alpin - Innovativ im Detail wie nie zuvor

  • PISTE BLEIBT DER RENNER
  • ZWEI IN EINEM DANK ROCKER
  • FREERIDE-TOURER ALS NEUE KATEGORIE
  • TREND BREIT, LEICHT UND LANG

Der Skisport verändert sich stetig und entwickelt sich weiter. Für die Skiindustrie bedeutet das kontinuierliche Innovation und Optimierung. Zur neuen Saison 2015/16 zeigen alle Hersteller, wie aktiv und innovativ sie sind, wenn es um die bestmögliche Ausrüstung für alle Skifahrer geht. Egal wo und wie diese ihrer Leidenschaft nachgehen – auf oder neben der Piste, bergauf und bergab.

Im nächsten Winter 2015/16 drehen sich die alpinen Innovationen besonders um das Feintuning und um Spezialisierung rund um Ski, Skibindungen und Skiboots. Gespannt sein darf man auf interessante Entwicklungen, die Skifahrern deutlich mehr Vergnügen und Spaß bereiten und mehr Sicherheit und Kräfteersparnis bringen. Dabei spielt sich die Weiterentwicklung der Skitechnologien nicht nur im Premiumsegment ab: In den unteren bis mittleren Preislagen werden Sets zu bekommen sein, die rundum zufrieden stellen und mit ihrem Know-how für enormen Fahrspaß und damit sportlichen Genuss sorgen. Die Folge könnte sein, dass das nach wie vor wachsende Geschäft mit Leihski Kunden verlieren wird: Schließlich sind bezahlbare, gute Ski im eigenen Keller deutlich schneller am Fuß. Komfort, Ambiente und schnelle Abläufe? Die muss sich der Gast beim Schlange-stehen und Warten eher abschminken.

Fast allen Neuentwicklungen ist gemein, dass sowohl Materialien als auch Konstruktionen leichter werden und trotzdem dafür sorgen, dass die Ski nichts in ihrer Fahrperformance einbüßen – eher sogar profitieren. Manch ein Hersteller hat sich gänzlich dem Rocker-Thema verschrieben, selbst bei Slalom-Carvern macht dieses Thema nicht halt.

Was sich, wenn auch zunächst kaum spürbar entwickelt, ist das Thema‚ mehr Länge, das dank Hightech-Materialien jetzt auch ganz ohne Gewichtszunahme an Fahrt zunehmen wird. Denn während kurze und extrem taillierte Ski oft anstrengend zu fahren waren, bedeutet wieder mehr Länge auch Laufruhe und Sicherheit. Das schätzt nicht nur die „goldene Generation“. Mehr Länge bedeutet zugleich auch neue Shapes und damit breitere Einsatzmöglichkeiten der Skier für leichteres Fahren auf der Piste und im Tiefschnee.

Wer dort übrigens einen Ski verliert, wird in Zukunft nicht mehr stundenlang danach suchen müssen. Per SkiTracer, einem kleinen Aufbau, der auf die Ski montiert wird, kann der vermisste Ski per Smartphone und App wieder geortet werden.

Zwar zieht es immer mehr Skifahrer ins Backcountry, doch die mit Abstand meisten Fahrer sind nach wie vor auf der Piste unterwegs – und laufend auf der Suche nach Ausrüstung, die noch mehr Spaß, Agilität und Performance auf dem präpariertem Schnee bringt. Sportlichen Fahrern wie auch Anfängern wird besonders die moderne Rocker-Technologie 2015/16 entgegenkommen, die quasi in einem Ski gleich zwei verbindet. Mit einem extrem breit gewordenen Angebot aller Marken kommt damit neuer Schwung auf die Pisten. Der Einsatz dieser Rocker-Technologie an Skischaufel und teils auch Skiende sorgen für noch spielerisches, leichteres und effizienteres Skifahren. Eindrehen und Kurvenausfahren geht aufgrund der frühen Aufbiegung des Skis und der damit weniger aufliegenden Kante und einem geringeren Schneewiederstand sehr leicht. Ebenso einfach zu bewältigen sind schnellere Kantenwechsel, variieren, reagieren und Richtung-wechseln, auf harter Piste als auch im weichen Schnee. Selbst driften ist einfacher, dank kürzerer Kante, von der man bei Bedarf auch schneller wieder herunter kommt. Aufgekantet greift die komplette Kantenlänge bis zur Skispitze in den Schnee. „Schön daran ist“, sagt Norbert Haslach, Skischulleiter bei Frey Haslach, Vorstand Deutscher Skilehrerverband und Ausbilder der Berufsskilehrer: „dass sich mit diesen vielseitigen Ski, auf die man sich viel weniger konzentrieren muss, da sie ja Arbeit abnehmen und weniger Energie kosten, das Skifahren wieder genüsslicher und mit allen Sinnen erleben lässt. Mit ihnen stehen Bewegungserlebnis und Naturerleben im Winter wieder mehr im Vordergrund.“

Rocker-Kinderkrankheiten wie zu viel Schaufelschwingung, wenig Laufruhe und Kontrolle, heilt die Industrie mit speziellen Verstärkungen mit Carbon, Titanal, oder Holzkernen bis in die Spitzen. Aber auch mit Antivibrationsschichten oder frei gelagerten 360°–Vibrationsdämpfern, die Schwingungen absorbieren und störende Skivibrationen minimieren.

Mit einem der leichtesten Pistenski startet etwa Fischer in den nächsten Winter. Sein Holzkern ist mit einer aufwändig versetzten Fräsung um 25 Prozent leichter und Titanaleinlagen und abgeflachte Seitenwange sparen ebenfalls Gewicht. Selbst ehemals auf Speed getrimmte Racer profitieren von leichteren Materialien, wie etwa Graphene. Das ausgezeichnete und in Tennisschlägern eingesetzte Material, gilt als leichtestes und dünnstes, dennoch stärkstes Element auf der Welt und wird von Head etwa in seiner Monster Kollektion verwendet. Rossignols Pistenlinie profitiert dagegen von Race-Technologien und versorgt die Ski mit „Prop Tech“. Die verstärkende Titanal-Schicht auf der Oberseite ist in der Länge vorne eingeschnitten. Damit kann Flex-Energie über die in den Ski integrierte Metallschicht transversal freigesetzt werden.

Für alle Skifahrer, die nicht nur auf der Piste Gas geben, sondern auch im Tiefschnee fahren möchten, idealerweise mit ein- und demselben Ski, wird es zunehmend mehr Modelle geben. Leichter, stabiler und sportlicher werden die neuen Ski mit Alleskönner-Qualitäten sein. Und zugleich für größtmögliche Freiheit in Sachen Geländewahl und Schneebedingungen sorgen. Neu ist etwa das stabile „Carbon Tank Mesh“ Gewebe, das Atomics Ski steifer und zugleich leichter macht und diese auch in weichem Schnee besser steuerbar sind. Heads Graphene spielt auch hier eine Rolle und öffnet für Genussfahrer über den klassischen Allrounder bis zum sportlichen Fahrer passende Ski.

Für einfacheres Fahren und leichtere Ski konzentriert K2 das Gewicht auf die Seitenbereiche des Skis. Damit kommt es zu einer besseren Kraftübertragung und Stabilität direkt über der Kante. Zudem werden Skimitte, Schaufel und Skiende entlastet. Daraus ergibt sich ein einfacheres Handling, bessere Kontrolle und ein deutlich reduziertes Schwunggewicht.

Auf Rocker-Konstruktion, Vollholzkern, Gewichteinsparung in der Spitze und statt Holzlaminat eine leichte Honigwabe, setzt Salomon für seine neuen Allmountain-Ski. Und bekommt damit Auftrieb im Tiefschnee, Buckel-Performance und sportliches Pistencarven. Elan setzt für die Saison 2015/16 auf eine Vierdimensionale Technologie: Rocker auf der Außenkante für leichtes Drehen, Camber auf der Innenkante für Kantenhalt. Konvex (nach außen gewölbte) geformte Titanium-Einlagen für Schwungeinleitung, konkave (nach innen gewölbte) Titanium-Einlagen für die Schwungausleitung hinter der Bindung. Mit dieser Konstruktion wurde die Torsionsstabilität erhöht, die Absorption von Vibrationen um 30 Prozent verbessert und das Gewicht des Carvers um zirka zehn Prozent verringert.

Mit AMF (Adaptive Motion Fluid), einem in die Skimitte eingebauten, sich versteifenden Material, sorgt Fischer dafür, dass sich je nach Krafteinsatz des Fahrers der Ski von selbst anpasst: Bei kräftesparender Fahrweise befindet sich der Ski im „cruise Modus“, Kurven fahren sich leicht, geschmeidig und gut gedämpft. Erhöht der Fahrer die Belastung auf den Ski, verhärtet sich das Material im Inneren des Skikerns und gibt dem Ski einen steiferen Flex. Im „Sport Modus“ wird das Set-up sportlich und aggressiv.

Um mit kurzen Aufstiegen neue, unberührte Tiefschneehänge zu erreichen, dürfen Ski nicht zu schwer sein. Daher ging es auch in diesem Segment darum, spielerische Leichtgewichte zu entwickeln, ohne auf Performance und Vielseitigkeit zu verzichten. Fast alle Hersteller bieten daher neue, beziehungsweise überarbeitete Ski an, die etwa einen verringerten Kraftaufwand bei Aufwärtspassagen bieten, trotzdem eine hohe Performance in der Abfahrt bringen und extrem stabil in jeder Situation bleiben - auch bei schwierigen Schneebedingungen. Verändert wurden dafür etwa Ski-Geometrien: Der jeweils breiteste Punkt von Tip und Tail wurde – unabhängig vom Rocker einige Zentimeter zur Ski-Mitte hin verschoben. Das ergibt zum Ende hin schmäler verlaufende Schaufeln. Aber nicht nur das: Schaufeln und teilweise auch Skikerne wurden zudem abgespeckt, zeigen sich jetzt flacher und dünner. Vermehrt kommen zudem stabile und leichte Materialien zum Einsatz.

Wie erwachsen dabei auch einige der ehemals klassischen Garagen-Marken geworden sind, zeigen ihre breiten Ski mit überarbeiteten Tip- und Tail-Designs für weniger Widerstand im Tiefschnee. Am Start dieser kleinen Manufakturen sind damit reihenweise federleichte Ski mit bestem Aufrieb, Spritzigkeit und verlässlichen Allrounder-Qualitäten.

Souverän ins Abseits touren 2015/16 jede Menge robuste Leichtgewichte, die es schnell bergauf und sportlich bergab mögen. Dabei spaltet sich das Lager der Tourenfans immer deutlicher in (Ausdauer- und Fitness-)Freunde des Aufsteigens und solche, denen das Abfahren nach der Tour wichtiger ist. Glücklich werden beide Parteien: Denn neben den absoluten Leichtgewichten, die teils unter einem Kilo pro Ski liegen und speziell für Bergauf-Racer mit Mini-Bindungen versehen sind, kommen jetzt immer mehr Modelle, die trotz Leichtigkeit in punkto Torsionssteifigkeit, Kantengriff und Dämpfung souverän abschneiden. In den meisten Fällen wird mit der vielseitigen Rocker-Konstruktion getourt. Im Gelände schweben die damit dynamischeren Ski durch den Tiefschnee, weder Spitze noch Ende tauchen zu weit ein.

Verantwortlich für immer leichtere Gewichte der Tourenski sind neben Balsa- und Paulownia-Holzkernen etwa extrem stabiles Titanal und High-Tech Carbon-Mixturen, die in der Raumfahrttechnologie verwendet werden. Teilweise wurde auf Kanten an Ski-Spitze und -Ende verzichtet. Fischer spart an den Seiten Material ein, konzentriert die Masse und damit den Schwerpunkt des Skis in der Mitte um die Längsachse. Die stromlinienförmige Skioberfläche reduziert zudem im Aufstieg und bei der Abfahrt den Schneewiderstand, Schnee bleibt kaum haften und Kraft wird gespart.

Balsa-Holzkerne mit integrierten Flachsfaser-Strängen für minimales Gewicht bei hoher Stabilität, setzt K2 mit seiner ECOre Technologie ein, um Skitouren noch leichter zu machen. Balsa ist vom FSC (Forest Stewardship Council) zertifiziert und ebenso wie Flachs ein erneuerbarer, schnell wachsender und recyclebarer Rohstoff.

Mit Skyforce stellt zudem Hagan erstmals ein Jugend-Set für ab Zehnjährige vor. Mit passendem Fell und Junior-Bindung dürfte damit dem Natur- und Sporterlebnis mit der ganzen Familie nichts mehr im Wege stehen.

Das Beste aus Abfahrtsperformance und Aufstiegskomfort bringt Salomon mit Backside: Das „MTN-Lab“ Set aus Ski und Schuh kommt etwa mit einem 184cm langen, 115 mm breiten Ski in der Mitte, der nur 1.800g pro Ski wiegt. Schuld ist ein leichter Holzkern dessen Windungssteifigkeit durch eine Carbon-Kunststoff-Faser verstärkt wird. Zudem ersetzt die Honigwabe Honeycomb an der Spitze den Holzkern.

Absolutes Highlight für Tourengeher wird zum nächsten Winter die neue, sehr einfach zu bedienende Kingpin Bindung von Marker sein. Als erste PinTech Bindung der Welt ist sie nach DIN ISO 13992:2007 vom TÜV zertifiziert. Konzipiert ist die mit 730g pro Stück samt Bremse, extrem leichte und rahmenlose PinTech, für einen weiten Einsatzbereich: von klassischem Ski Touring über Free Touring bis zu High Alpine Touring.

Freeriden und Tourengehen wachsen immer mehr zusammen und bekommen zudem bereits eigene, durchwegs im hochpreisigen Segment liegende Ausrüstungen – von tourengeeigneten Ski mit breiten Freeride-Shapes, über Rocker-Felle bis hin zu passenden, multinormfähigen Tourenstiefel. Auch hier geht die Entwicklung hin zu immer mehr natürlicher Bewegungsfreiheit dank neuen Free/Lock Mechanismen. Oft bewegt sich die Manschette unabhängig und losgelöst von der Schale und lässt viel Bewegungsfreiheit zu. Weniger Mühe im Aufstieg macht die reibungslosere Beweglichkeit der Drehlager: Und selbst Zungen lassen sich zum Aufstieg herausnehmen und zur Abfahrt wieder einsetzen. Mehr und mehr im Angebot sind rasch ausgewechselte Sohlensysteme oder Sohlenteile, um in Alpinbindungen zu funktionieren. Die kommen zudem dank Anpass-Mechanismen immer öfter auch mit wechselnden Schuhtypen zurecht.

Dynastars Free-Touring-Ski Mytic bringt gerade einmal 2.800g pro Paar auf die Waage. Zum ersten Mal werden dabei die Technologien des Skibergsteigens auf die Freeride-Geometrie mit Rocker vorn und hinten, einem Sidecut von 133-97-113mm angewendet. Zum Ski gehören leichtes Holz und Carbon innen, eine an den Backen verstellbare Look-Bindung und ein extrem leichtes Fell.

Und auch Blizzards ultraleichte neue „Zero G“ Free Touring Ski mit einer leichten Carbon Konstruktion selbst um die Seitenwangen, verbinden Leichtigkeit im Aufstieg und stabile Fahreigenschaften bei der Abfahrt. Gerade mal 945g bei 157 cm Länge wiegt hier der schmalste Ski mit einer Mittelbreite von 85mm. Für die unterschiedlichen Ansprüche der Freeride-ambitionierten Tourengeher, gibt es zudem die Breite 85 und 108 mm, der bei 185 Zentimetern Länge gerade einmal 1750 Gramm auf die Waage bringt. Auch hier wird das Set mit passenden Aufstiegsfellen und Kingpin-Tourenbindung abgerundet.

Die Lücke zwischen langen Touren und Tiefschnee schließt ebenso etwa Scotts Cascade-Linie. Der leichte, progressive Backcountry-Held mit Twintip-Rocker, Komposit-Paulownia-Holzkern, 3D-Sidecut, Holzkern von der Skispitze bis zum Skiende kommt ebenfalls mit maßgeschneiderten Fellen.

Die ISPO MUNICH 2015 findet vom 05. bis 08. Februar 2015 auf dem Gelände der Messe München statt. Weitere Informationen zur ISPO MUNICH sowie das komplette Rahmenprogramm finden Sie unter munich.ispo.com

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