Montag, 08. Februar 2016

Ski Hartware: Dynamische Entwicklungen und eine Rückbesinnung auf die Piste

Ob es am Powder liegt, den Freeride-Fans oft nur noch weit oben im Gebirge im freien Naturraum finden? Oder daran, dass von den derzeit 15 Millionen Menschen mit Skierfahrung ein Drittel mittlerweile über 60 Jahre alt ist? Fakt ist: der Markt verschiebt sich, Anpassungsvermögen ist gefragt. Die Ski-Industrie jedenfalls kümmert sich wieder vermehrt um die breite Masse und präsentiert mehr Pisten-Neuheiten zur nächsten Saison 2016/17, als die Jahre zuvor.

Klimaforscherin Andrea Fischer bringt die klimatischen Herausforderungen des Wandels auf den Punkt, wenn sie sagt, dass in den Tallagen Schneefall an Heiligabend meteorologisch eigentlich eine Ausnahmeerscheinung ist. Fakt bleibt jedoch auch, dass die Sehnsucht nach Rückzug, nach aktiver Erholung und Genuss im Schnee und nach alpinen Wintertagen steigt. Seilbahnbetreiber und andere wintersporttouristische Dienstleistungsbetreiber reagieren soweit möglich mit Anpassungen bei Angeboten und Infrastruktur. Sie sorgen mit allen Kräften dafür, dass auf bestens präparierten Pisten, wenn auch zu Beginn des Winters auf künstlichem Schnee abgefahren werden kann. Für den aktuellen Winter investierten österreichische Seilbahnen immerhin 154 Millionen Euro in die Beschneiung ihrer Pisten.

Freilich reagiert auch die Skiindustrie und zeigt sich weiter enorm segmentiert und bedient nach Kräften alle Spielarten auf zwei Ski. Allerdings bringt sie insgesamt etwas verhaltener als in den boomenden Wachstumsjahren leichte Touren-, dazu breite Freeride- und Freetouren-, aber auch TwinTip-Ski für Funparks hervor. Die eher hochpreisigen Bereiche Freeride und speziell Tour weiterhin werden, wenn auch dezent, wachsen. Das Interesse nach Naturerlebnissen, Ausgleich und Fitness wächst. Zudem schaffen immer mehr Winterdestinationen die passende Infrastruktur, etwa mit ausgewiesenen, gesicherten Freeride-Terrains und Möglichkeiten für Touren-Pistengeher.

Da die Verbraucher in diesen spezialisierten Segmenten in den letzten Jahren mit die größten technologischen Verbesserungen erleben konnten, wird es zur Saison 2016/17 wieder für Extrem-Rider einige breite, längere, weil laufruhigere Ski, und auch neue Shapes geben (z. B. Scott 124 Scrapper). Neu dazu kommen leichtere Holzkerne, die dennoch die volle Performance mit torsionssteiferen Konstruktionen bieten. Doch bei allen Eigenschaften, die für saubere Turns ‚abseits‘ sorgen sollen, bringen besonders auch die zahlreichen kleinen, recht innovativen „Garagen“-Brands, nun noch einmal optimierte Modelle mit wendigeren Breiten, die sich auch auf der Piste besser steuern lassen.

Bei den Tourenski finden sowohl Einsteiger als auch sportliche oder sogar Race-ambitionierte Fans immer leichtere Modelle. Sie kommen, zumindest in den Längen um 160 Zentimeter Länge und eher schmaleren Breiten, bis an die magische ein-Kilo-Grenze pro Ski ohne Bindung heran. Rennläufer im Skibergsteiger-Segment werden im nächsten Winter sogar von einem Ski bedient, der ohne Bindung nur 500 Gramm auf die Waage bringt. Trotz immer mehr Leichtgewicht schaffen es die Hersteller dennoch, auch an Abfahrtsperformance zuzulegen: Neue Seitenwangen-Konstruktionen, Hightech-Materialien wie Carbon-Einlagen, aber auch leichte Holzkerne, zum Teil auch Kork-Inlays (z. B. Scott Speedguide) sind im Einsatz – für nachgiebigeres Fahrgefühl in verschiedensten Bedingungen. Dazu kommen breitere Shapes und längere Tourenmodelle.

Pistenski

Während sich Tourismusregionen neuer und vielfältiger inszenieren müssen, um sich an die Veränderungen anzupassen, sind von den Skiherstellern Innovationen gefragt, um am Ball zu bleiben. Und hier scheint das Thema ‚Fahren auf der Piste‘ wieder ordentlich zu greifen. Vom letzten ‚Interski-Kongress‘ in Argentinien war zu hören, „dass es aus internationaler Sicht eher wieder zurück zum natürlichen Skilauf geht.“ Im Klartext: Statt zu radikalen geht es hin zu eher ausgewogenen Taillierungen, statt zu extremen Kurvengeschwindigkeiten zu eher angepassten und sicheren. Alles am besten wieder mit einer perfekten, sauberen und eleganten Skitechnik. „Nach den beiden schneearmen Wintern in 2013/14 und aktuell 2015/16“, fügt Heiko Klein, Senior Product Manager Hartware Ski und Snowboard bei INTERSPORT Deutschland hinzu, „tun sich Freeride Ski im Handel schwer. Der Trend geht wieder deutlich hin zum Pistenski.“ Und auch Rainer Schramm, Geschäftsführer von Alpinski-Marktführer Head, berichtet, dass in Deutschland deutlich zu erkennen sei, dass die Skifahrer ihren Sport bevorzugt auf präparierten Pisten ausüben.

Kein Wunder, dass sich auf der ISPO MUNICH 2016 trotz der aktuell sehr schwierigen Situation des Gesamtmarktes, für den nächsten Winter teilweise sogar ausgebaute Pisten- und Allmountain-Ranges präsentierten. Modelle für jeden Einsatz und jede Könnensstufe, sowohl für Damen als auch Herren. Wert wird auf immer bessere Qualitäten aber auch auf angenehme Einsteigerpreislagen gelegt, sie sollen dafür sorgen, dass gute Qualität leistbar bleibt.

Während sich einige Hersteller besonders um ihre Top-Segmente wie Race (Fischer) oder um bessere Dämpfungen (Dynastar) in Ski und Bindung in diesem Bereich kümmern ohne den Ski zu träge oder schwer steuerbar zu machen, bieten die meisten Marken vor allem wieder mehr verlässliche, leicht zu steuernde Pisten- und teils wieder schmälere Allmountain-Modelle, um noch eine breitere Masse an Skifahrern anzusprechen. Gefragt sein werden Performance-orientierte und sportliche Ski, die zudem auch in verspurtem Gelände und bei Powder prima fahren. Die Fahrer sollen sich mit ein und demselben Ski wohl und sicher fühlen, um damit auch eine Woche Skiurlaub genießen zu können. Er wird auf hartem aber auch in sulzigem Schnee gut fahren, wird damit driften und carven können, leicht sein und dank verbesserten Rockertechnologien seine Schwünge ohne Kraftaufwand einleiten und steuern können. Hinzu kommen verbesserte Einheiten aus Skischuh und Ski, die eine optimierte und bessere sowie direktere Kraftübertragung versprechen.

Weitere Informationen zur ISPO finden Sie unter www.ispo.com und auf www.facebook.com/ispomunich.

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